In Videokonferenzen entscheidet nicht nur das Bild – sondern vor allem der Ton. Noise Suppression sorgt dafür, dass Hintergrundgeräusche verschwinden und nur die Stimme zählt. Doch: Soll das besser die Software in Teams und Zoom erledigen – oder die Hardware-DSPs in zertifizierten HP | Poly Geräten? Genau darum geht es in diesem Artikel.
Hintergrundgeräusche in Meetings sind allgegenwärtig. Ob klappernde Tastaturen, Lüftungsanlagen oder Straßenlärm durchs offene Fenster – all das lenkt ab und stört die Verständlichkeit. Genau hier greifen Technologien wie Noise Suppression (NS) ein. Oft begegnen uns dafür verschiedene Namen: Noise Reduction (NR), Noise Cancelling oder bei HP | Poly Noise Blocking / NoiseBlockAI. Im Kern geht es immer um dasselbe Prinzip: Unerwünschte Geräusche sollen ausgeblendet werden, damit die Stimme klar und deutlich im Vordergrund steht. Unterschiede liegen weniger in der Zielsetzung, sondern vielmehr im Kontext und der Umsetzung – ob im Software-Client oder in dedizierter Hardware-DSP.
- Noise Cancelling ist häufig bei Headsets als „Active Noise Cancelling (ANC)“ für den Träger gemeint.
- Noise Suppression/Reduction steht meist für die Signalverarbeitung auf Mikrofonseite.
- Noise Blocking ist ein Poly-spezifischer Ansatz, der mithilfe von KI erkennt, ob wirklich gesprochen wird – und in Sprechpausen gezielt störende Nebengeräusche blockiert.
Heute existieren zwei Ansätze:
- Softwareseitig – integriert in Microsoft Teams und Zoom.
- Hardwareseitig – eingebaut in professionelle Endgeräte wie Headsets, Speakerphones und Videobars von HP | Poly.
Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, aber die Unterschiede liegen im Detail – und genau diese Details entscheiden, wie gut Meetings am Ende klingen.
Software Noise Suppression: Teams & Zoom im Überblick
Microsoft Teams
Im Teams Desktop Client haben Nutzer in den Einstellungen die Möglichkeit, die Geräuschunterdrückung einfach ein- oder auszuschalten. Standardmäßig ist sie aktiviert und blendet typische Hintergrundgeräusche wie Tastatur, Rascheln oder Lüfter aus. Wird sie ausgeschaltet, wird das Mikrofonsignal ohne zusätzliche Softwarefilterung an das Meeting weitergegeben – was vor allem dann sinnvoll ist, wenn ein zertifiziertes HP | Poly Gerät bereits die gesamte Echo- und Noise-Verarbeitung übernimmt.

Microsoft Teams Rooms on WIndows
Microsoft Teams setzt seit 2020 auf AI-basierte Noise Suppression. Der Client erkennt per Machine Learning, was Sprache ist und blendet Störgeräusche aus. Nutzer können die Stufe wählen:
- Auto (Standard): Teams entscheidet selbst, je nach Umgebung.
- Niedrig: Entfernt konstante Hintergrundgeräusche wie Lüfter oder Brummen, lässt aber Musik durch.
- Hoch: Aggressive Filterung – alles außer Sprache wird ausgeblendet.
- Aus: Teams gibt das Mikrofonsignal ohne zusätzliche Filterung weiter.

Auf Microsoft Teams Rooms on Windows (MTRoW) lässt sich diese Logik über die SkypeSettings.xml steuern. Mit
<NoiseSuppressionDefault>0</NoiseSuppressionDefault>
schaltet man die softwareseitige Unterdrückung ab. Ergebnis: Nur die DSP im angeschlossenen Gerät arbeitet – genau so, wie Microsoft es mit zertifizierter Hardware vorsieht.
Alternativ kann man das Setting über das Teams Rooms Pro Portal setzen.

Auf Teams Rooms on Android (MTRoA), etwa mit der Poly Studio X Serie, gibt es keine sichtbare Option für Noise Suppression. Hier vertraut Teams von vornherein auf die integrierte DSP der Appliance. Allein dadurch wird klar: Microsoft unterscheidet zwischen „Consumer-Audio“ (wo Software helfen muss) und zertifizierter Hardware (wo das Gerät die Arbeit übernimmt).
Zoom
Desktop Client
Im Zoom Desktop Client (Windows/macOS) können Nutzer die Stärke der Noise Suppression fein einstellen:
- Auto (Standard): Zoom entscheidet adaptiv je nach Umgebung.
- Low / Medium / High: Unterschiedliche Stufen, von leichter Filterung bis aggressiver Unterdrückung.
- Original Sound for Musicians: Deaktiviert sämtliche Zoom-Filter (Noise Suppression, Echo Cancellation, AGC) und hebt die Audioqualität deutlich an – ideal, wenn ein HP | Poly Gerät die DSP übernimmt.
- Live Performance Audio Mode: Spezieller Modus mit extrem niedriger Latenz (ca. 30–50 ms), gedacht für Musik- oder Performance-Szenarien.
Damit haben Nutzer volle Kontrolle – im Homeoffice reicht meist Auto, in professionellen Setups mit Poly Hardware ist „Original Sound“ die bessere Wahl.

Ein besonderes Feature ist Personalized Audio Isolation: Hier erstellt Zoom ein Sprachprofil (Voiceprint) des Nutzers, um die eigene Stimme noch besser von Hintergrundgeräuschen zu trennen. Ideal für laute Umgebungen – die Geräuschunterdrückung wird so noch individueller und intelligenter.

Zoom Rooms (Windows & Android)
Zoom Rooms bietet zusätzliche Audioeinstellungen auf dem Raum-Controller und im Admin-Portal:
- Noise Suppression: Einstellbar auf Off, Auto oder High. Wichtig: Selbst wenn ein zertifiziertes Gerät wie eine Poly Studio Bar oder ein Poly Sync genutzt wird, zeigt Zoom die Option weiterhin an. In der Theorie sollte Zoom bei solchen Geräten seine DSP automatisch deaktivieren – in der Praxis bleibt Noise Suppression aber oft aktiv, abhängig von den globalen Account- oder Raumeinstellungen. Admins müssen daher bei Bedarf manuell auf Off umstellen, um sicherzugehen, dass ausschließlich die Hardware-DSP arbeitet.
- Echo Cancellation: Wird automatisch zugeschaltet, wenn Mikrofon und Lautsprecher aus unterschiedlichen Geräten stammen. Sind sie im selben Gerät integriert, übernimmt das externe DSP (z. B. Poly Studio) die Echounterdrückung – Zoom kann seine AEC dann deaktivieren.
- Praxisbeispiel: Wenn NoiseBlockAI auf einem Poly-Gerät deaktiviert wird, aber Zooms eigene Noise Suppression im Portal noch aktiv ist, filtert Zoom weiterhin z. B. Klatschen oder leise Nebengeräusche heraus. Erst wenn die Zoom-Option explizit deaktiviert wird, hört man diese Signale ungefiltert durch die Poly-Hardware.
Damit verhält sich Zoom ähnlich wie Teams: Zertifizierte Hardware wird bevorzugt – aber um Double Processing zu vermeiden, sollte man die Einstellungen aktiv prüfen und ggf. manuell anpassen.
Nachfolgend ein Screenshot aus der Online Management Plattform das die Settings zeigt:

Zoom Mobile & Web Client
Auch auf mobilen Endgeräten und im Web-Client gibt es die Wahl zwischen Auto, niedrig, mittel oder hoch. Zusätzlich können Nutzer den Original Audio Modus aktivieren, um alle Softwarefilter zu umgehen.
Warum doppelte Verarbeitung problematisch ist
Wenn Software und Hardware gleichzeitig Noise Suppression oder Echo Cancellation aktiv betreiben, spricht man von doppelter Signalverarbeitung – und genau das ist problematisch. Beide Systeme verfolgen zwar das gleiche Ziel, wissen aber nichts voneinander und arbeiten dadurch gegeneinander. Das führt zu typischen Effekten:
- Abgehackte Sprache / „Pumpen“:
Hardware-DSP reduziert bereits das Rauschen, die Software erkennt aber weiterhin Restgeräusche und setzt ihrerseits nach. Das Ergebnis: Teile der Sprache werden irrtümlich als „Noise“ behandelt, Silben verschluckt oder Lautstärke schwankt unnatürlich. - Verlust an Natürlichkeit:
Eine einzelne Noise Suppression arbeitet adaptiv und lässt Stimmen weitgehend klar klingen. Läuft jedoch ein zweiter Filter darüber, entsteht schnell ein verfremdeter, metallischer Klang. Besonders auffällig ist das bei wechselnden Lautstärken – die Stimme wirkt dann künstlich komprimiert. - Probleme mit Vollduplex:
Echounterdrückung (AEC) muss genau berechnen, welche Signale vom Lautsprecher ins Mikrofon zurücklaufen. Arbeitet hier gleichzeitig Software- und Hardware-AEC, werden Signale zu stark oder doppelt subtrahiert. Ergebnis: Teilnehmer hören Aussetzer, Rückkopplungen oder können nicht mehr flüssig gleichzeitig sprechen. - Unvorhersehbares Verhalten:
Jede DSP hat eigene Logiken und Zeitkonstanten. Werden zwei Systeme kombiniert, reagieren sie nicht synchron. Dadurch entstehen schwer reproduzierbare Fehler – mal klingt es akzeptabel, mal bricht das Gespräch akustisch völlig auseinander.
Die wichtigste Regel lautet deshalb:
Noise Suppression und Echo Cancellation dürfen immer nur von einer Instanz übernommen werden – entweder von der Software (Teams/Zoom) oder von der Hardware (z. B. Poly DSP). Niemals von beiden gleichzeitig.
So lässt sich eine konsistente, vorhersehbare Audioqualität sicherstellen – und genau das ist entscheidend für erfolgreiche Meetings.

Hardware Noise Suppression bei HP | Poly
Hier kommen die eingebauten DSPs von HP | Poly ins Spiel. Alle aktuellen Geräte bringen ihre eigenen Algorithmen für Noise Suppression und Echo Cancellation mit – optimiert auf die jeweilige Hardware.
Headsets
- Poly Voyager und Focus Serie: Mehrmikrofon-Designs, die gezielt Sprache isolieren und Nebengeräusche blocken.
- Poly Blackwire Serie: Mit Features wie „Acoustic Fence“ im Mikrofonarm, sodass nur die Stimme des Trägers aufgenommen wird, während Hintergrundgespräche verschwinden.
Speakerphones
- Poly Sync Serie (Sync 20/40/60): Mehr-Mikrofon-Arrays um Echos und Hintergrundgeräusche auszuschliessen.
- Ergebnis: klare Sprache – auch wenn mehrere Leute gleichzeitig sprechen.
Videokonferenzsysteme
- Poly Studio X Series (Microsoft Teams Rooms on Android & Zoom Rooms on Android):
Die Studio X Serie bringt Beamforming-Mikrofone, Acoustic Fence und integrierte AEC direkt in der Appliance mit. Die DSP sitzt im Codec selbst und ist optimal auf Raum und Hardware abgestimmt. Sowohl Microsoft Teams Rooms on Android (MTRoA) als auch Zoom Rooms on Android verlassen sich auf diese Hardware-DSP – die Software-Seite reduziert ihre eigenen Algorithmen entsprechend. Das verhindert doppelte Verarbeitung und sorgt für konsistente Audioqualität. - Poly Studio V Series (Microsoft Teams Rooms on Windows & Zoom Rooms on Windows):
Die Studio V Serie wird als dediziertes Audio-/Video-Endgerät an einem Windows-basierten Raum-PC betrieben. Die eingebaute DSP übernimmt Noise Suppression und Echo Cancellation. In Microsoft Teams Rooms on Windows (MTRoW) kann über den ParameterNoiseSuppressionDefault=0die Teams-eigene NS deaktiviert werden, sodass ausschließlich die Poly-DSP arbeitet. In Zoom Rooms on Windows erkennt die Plattform, wenn Mikrofon und Lautsprecher aus demselben zertifizierten Gerät stammen (wie bei der Studio V) – und deaktiviert automatisch die eigene AEC/NS.
Poly-spezifische Technologien
- NoiseBlockAI: Erkennt typische Störgeräusche und blendet sie dynamisch aus, ohne die Stimme zu verfälschen.
- Acoustic Fence: Zieht einen „akustischen Zaun“ um den Konferenzbereich – Stimmen außerhalb werden nicht übertragen.
Der große Vorteil: Diese Funktionen arbeiten vor der Codec-Verarbeitung. Das heißt, Störungen werden entfernt, bevor das Signal komprimiert und übertragen wird. Ergebnis: klareres Audio und weniger Artefakte auf Empfängerseite.
Zusammenspiel von Teams, Zoom und Poly
- Teams Rooms auf Windows (MTRoW): Mit
NoiseSuppressionDefault=0wird sichergestellt, dass nur der Poly DSP arbeitet. - Teams Rooms auf Android (MTRoA): Poly Studio X Appliances übernehmen standardmäßig NS/AEC.
- Zoom Rooms: Erkennt Poly Hardware automatisch und deaktiviert eigene NS/AEC.
- Desktop-Clients (Teams/Zoom): Nutzer können NS manuell deaktivieren, wenn Poly Headsets oder Speakerphones im Einsatz sind.
Damit wird klar: Die Plattformen sind auf Zusammenarbeit mit zertifizierter Hardware ausgelegt.
Takeaway
Software Noise Suppression von Teams und Zoom ist eine hervorragende Ergänzung für Homeoffice und Consumer-Hardware. Wer nur mit Notebook-Mikro oder günstigen Headsets arbeitet, profitiert enorm von diesen Algorithmen.
In professionellen Umgebungen mit HP | Poly Hardware gilt jedoch:
👉 Hardware-DSP ist die bessere Wahl.
Die Vorteile:
- Stabilität & Latenzarmut durch dedizierte DSP-Chips.
- Bessere Echo Cancellation dank direktem Zugriff auf Lautsprechersignale.
- Konsistenz über Plattformen hinweg (Teams, Zoom, SIP, BYOD).
- Mehrwert durch Poly-spezifische Features wie NoiseBlockAI und Acoustic Fence.
Teams und Zoom erkennen diese Geräte – und geben ihre eigenen Algorithmen ab, sobald zertifizierte Hardware angeschlossen ist. Das sorgt für vorhersehbar gute Audioqualität, weniger Supportaufwand und eine deutlich bessere Meeting-Erfahrung.



Hi Uwe,
Thank you for your great description. It’s very helpful for understanding the Noise suppression between the service and device, clearly.
But one thing. Unfortunately, Sync series does not have hardware DSP and Noise Block AI feature, right?
As per my know, Sync drives by software DSP on the PC side.
Thanks
Yeah, you´re absolutely right. I changed the article to make sure there´s not misleading information and readers can´t get it wrong. Thanks dor bringing this up – much appreciated.